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Roboter
Roboter, by Stefan Pattis
AlchimistInnen und radikale Atome

Ars Electronica 2016

Montag, 12. September 2016
In der ehemaligen Gleishalle des Linzer Postverteilerzentrums spielt das Brucknerorchester, im Ars Electronica Center zeigt die Tangible Media Group Interaktionsformen von Mensch und Maschine und in der POSTCITY produzieren Roboter reihenweise „Michelangelos“.

Zwischen 8. und 12. September 2016 finden beim Ars Electronica Festival 2016 534 Veranstaltungen statt, 842 KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, DesignerInnen, TechnologInnen, IngenieurInnen, EntrepreneurInnen und Social Activists präsentierten ihre Werke, halten Vorträge und Workshops, führen Konzerte und Performances auf. 85.000 BesucherInnen kamen dieses Jahr.

POSTCITY

Das ehemalige Post- und Paketverteilerzentrum beim Linzer Bahnhof steht seit 2014 leer. Bei der Eröffnung vor gerade einmal 20 Jahren galt es als die modernste Postdrehscheibe Europas. Bis zu 120.000 Pakete wurden täglich mit der Bahn und dem LKW angeliefert und von 1000 ArbeiterInnen im Schichtbetrieb weiter verschickt. Doch seit die Post beschlossen hatte, das Verteilerzentrum nach Allhaming zu verlegen, ist das Gebäude mit einer Fläche von 80.000 Quadratmeter ungenutzt.

Digitales Sofa

Im Ars Electronica Gebäude schauen BesucherInnen in die Zukunft. Die italienische Designagentur Carlo Ratti Associati präsentiert das erste digital gesteuerte Sofa der Welt. Mit einer einfachen Handbewegung verwandeln sich die mehreren wabenförmigen Teile in Betten, Sitze und Sofas. Selbstverständlich können die „Lift-Bits“ auch mittels App gesteuert werden. Mitglieder der Tangible Media Group haben jamSheets entwickelt. Ein flexibler Stoff der je nach Anforderung als Tisch, Teppich oder Hocker „eingefroren“ werden kann.

In der Gleishalle malt die japanische Künstlerin Akiko Nakayama in Echtzeit zum Ensemblestück „Rende-vous avec Claude“ - gespielt vom Brucknerorchester - „lebendige Gemälde“. Sie lässt verschiedene Flüssigkeiten über Trichter in Gläser fließen. Es entstehen unterschiedliche Texturen und Muster. Die Flüssigkeiten interagieren und werden zu flüchtigen Momentaufnahmen von Formen und Farbverläufen. Die als zusätzlichen Konzertsaal genutzten Spiral Falls – die 13 Meter hohen Paketrutschen – spielt FM Einheit heuer leer. Die monotone Musik, nur unterbrochen von herabrutschenden Eisblöcken, Plastikflaschen und Kohlenstückchen langweilt die Zuhörer_innen.
Dafür gibt es bei der Aufführung von Stavinskys „Le Sacre du Printemps“ Standing Ovations.

Stocker sagt bei der abschließenden Pressekonferenz, „wir waren uns bewusst, dass wir beim zweiten Gastspiel in der POSTCITY nochmal was drauflegen müssen.“ Es ist ihnen gelungen.

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