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Markus van der Man
Dominaschule

„Der Absatz ist das Zeichen meiner Macht“

Dienstag, 4. November 2014
Contessa Juliette war einst eine der bekanntesten Dominas in Wien. Heute gibt sie ihr Wissen an angehende Herrinnen weiter. Sie erlaubte einen Lokalaugenschein bei einem ihrer Domina-Workshops.
Contessa Juliette, Dominaschule
Markus van der Man

„Ich mache dich jetzt zu meinem Sklaven,“ sagt die Contessa zu dem nackten Mann, der zu ihren Füßen kniet. Dann legt sie ihm ein Halsband um. „Damit nehme ich ihm die Macht. Er darf jetzt nur noch sprechen, wenn ich es ihm erlaube,“ erklärt sie ihren Schülerinnen. Dann wendet sie sich wieder ihm zu. „Du wirst mich ab jetzt Herrin nennen,“ befiehlt sie. „Ja, Herrin,“ antwortet er knapp und lächelt zufrieden.

Contessa Juliette, einst Ikone der Wiener S/M-Szene, hat sich eigentlich schon zur Ruhe gesetzt. Sie zog in eine beschauliche Kleinstadt in Italien und schrieb dort ihre Biografie Der Engel mit der Peitsche. Ein paar mal im Jahr kehrt sie nach Wien zurück. Dann hält sie Lesungen oder unterrichtet in ihrem Atelier im vierten Bezirk angehende Dominas. Da sie ihren Schülerinnen auch praxisnahen Unterricht bieten will, hat sie zwei alte Freunde gebeten, als Übungssklaven zur Verfügung zu stehen.

„Du darfst jetzt bis zu meinen Kniekehlen“

Contessa Juliette, Dominaschule
Markus van der Man

„Jetzt küss meine Schuhe bis zu den Knöcheln“, befiehlt ihm die Contessa. Sie ist dezent geschminkt, trägt ein schlichtes schwarzes Kleid, Strapse und High Heels, die ein bisschen in dem blaugrauen Spannteppich versinken. Hinter ihr steht eine Sklavenliege mit schwarzem Lederbezug, gegenüber ist das Spiel von Herrin und Sub noch einmal seitenverkehrt in dem überdimensionalen Spiegel an der Wand zu sehen.

Der Sklave tut, was sie verlangt, offenbar zur Zufriedenheit seiner Gebieterin. „Jetzt darfst du bis zu meinen Kniekehlen kommen. Noch ein Stück.“ Die Contessa steigt ihm zur Belohnung mit ihrem Stöckelschuh auf die Hand. „Ich deute das nur an. Das Gewicht verlagere ich, indem ich mich zum Beispiel an einer Stuhllehne festhalte. Ihr dürft nie jemanden wirklich verletzen,“ ermahnt sie die Frauen. „Es geht nur um eine Anspielung.“

„Sprecht kurz, prägnant und bestimmt“

Contessa Juliette, Dominaschule
Markus van der Man

Er muss sich auf den Rücken drehen und darf an ihrem Absatz lutschen. „Tragt eure Arbeitsschuhe ausschließlich in Innenräumen, damit sie sauber bleiben,“ sagt sie. „Nach der Session sind sie auf jeden Fall sauber,“ wirft der Übungssklave keck ein und leckt weiter mit seiner Zunge an ihrem Absatz. Das Auditorium lacht. „Der Absatz ist das Zeichen meiner Macht,“ erwidert sie amüsiert.

Langsam arbeitet er sich mit seinem Mund an ihren Beinen hoch bis zu ihren Kniekehlen. „Ihr müsst kurz, prägnant und sehr bestimmt mit euren Sklaven sprechen,“ erklärt die Contessa den Frauen. Dann wendet sie sich wieder dem Mann zu ihren Füßen zu: „Jetzt reicht es, du gehst jetzt runter.“

Schwitzkasten und Fesselspiele

Contessa Juliette, Dominaschule
Markus van der Man

Mit dem gebieterischen Tonfall haben die Elevinnen noch etwas zu kämpfen. „Wie möchtest du mich gerne ansprechen?“ fragt eine junge Frau Übungssklaven Nummer 2 schüchtern. Die Contessa greift ein. „Er hat nichts zu wollen. Du sagst ihm, wie er dich nennen soll.“ Die Schülerin räuspert sich und nimmt einen zweiten Anlauf. „Du wirst mich Lady nennen.“ Ihre Stimme klingt jetzt fester. „Viel besser,“ lobt die Contessa.

In den nächsten Stunden erklärt sie verschiedenste Techniken, Spielarten, Materialien. Zeigt, wie man Klemmen an Nippeln oder Hoden anlegt, einen Mann fesselt, ihn in den Schwitzkasten nimmt oder ihn an der Hundeleine führt.

„Es geht nur um seine Wünsche“

Contessa Juliette, Dominaschule
Markus van der Man

„Ihr sprecht vor Beginn einer Session mit dem Mann ab, was er will. Und sobald er während der Behandlung das ausgemachte Codewort sagt, hört ihr auf.“ Eines sei klar: „Es geht bei diesen Spielen in Wahrheit nur um die Wünsche des Sklaven. Aber auch ihr müsst euch gut schützen.“ Denn, so warnt die Contessa, die meisten Sklaven seien Blutsauger. „Ich will dies, ich will das. Die Bedürfnisse der Domina sind ihnen egal.“

In einem Nebenzimmer bewahrt die Contessa ihr Arbeitswerkzeug auf. Peitschen aus unterschiedlichen Materialien, eine Reitgerte, Brust- und Hodenklammern, verschiedenste Utensilien für Fesselungen, Augenbindungen. „Auch wenn das meiste vorher abgesprochen ist, möchte er trotzdem überrascht werden,“ sagt sie und wiegt jetzt eine Pferdehaarpeitsche sanft in der Hand. „Die ist wunderbar zum spielen.“

„Ihr müsst auf seine Gesundheit achten“

Contessa Juliette, Dominaschule
Markus van der Man

Sie geht um den Mann herum und streicht ihm zunächst sanft mit den Rosshaaren über Pobacken und Brust. Dann holt sie aus und schlägt ihm auf den nackten Hintern. Es klatscht. Er verzieht keine Miene. „Ihr dürft nie in Höhe der Nieren schlagen,“ sagt sie eindringlich zu den Frauen. „Das ist gefährlich. Ihr müsst immer darauf achten, dass er gesund bleibt.“

Einige Male, so erzählt die Contessa, hätte sie sich schon gewundert, warum manche Männer zu ihr gekommen wären. „Die haben eine Partnerin zuhause und bezahlen mich dafür, dass ich Strümpfe anziehe und sie eine halbe Stunde lang meine Beine küssen dürfen. Um das Geld könnten sie ihrer Freundin zehn paar tolle Strümpfe kaufen.“ Die Schülerinnen schauen die Contessa fragend an. „Was sprechen sie nicht mit ihren Frauen über ihre Wünsche?“ will eine stellvertretend für alle wissen. „Einmal habe ich einen Mann danach gefragt. Sein einziger Fetisch waren Strümpfe. Er hat geantwortet: ‚Wenn ich meine Frau darum bitte, wird sie mich vielleicht verachten‘.’’ Wieder fragende Blicke. Doch das erste mal an diesem Tag hat auch die Contessa keine Antwort parat.

www.contessa.at

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