Alexandra Gruber
Star Trek

Galaktische Freundschaft

Montag, 25. August 2014
Für Trekkies, Anhänger der Star Trek-Serien, gibt es auch in Wien eine kleine Dependance. Galactic Friendship-Gründerin Maria Nausch erzählt, was die Faszination von Raumschiff Enterprise ausmacht und wo sie Captain Kirk getroffen hat.
William Shatner alias Captain Kirk
Maria Nausch
William Shatner alias Captain Kirk

Die Besatzung des Raumschiffs Enterprise bestand unter anderem aus einem Russen, einer Afrikanerin, einem Japaner, einem Schotten und einem Außerirdischen, dem Vulkanier Mr. Spock. Dieser Umstand ist erstaunlich, denn diese Serie, die im 23. Jahrhundert spielt, wurde zur Zeit des Kalten Krieges (1966-1969) erstmals ausgestrahlt. Okay, der Chef Captain Kirk war natürlich US-Amerikaner. Aber trotzdem, zu ihrer Zeit war die Serie gesellschaftspolitisch erstaunlich progressiv.

Das imponiert auch Star Trek-Fan Maria Nausch an der Sciene Fiction-Serie außerordentlich. „Es wird auch immer betont, dass die Enterprise in friedlicher Mission unterwegs ist.“ Nausch ist die Obfrau von Galactic Friendship beziehungsweise dem Star Trek & Science Fiction- Fanclub, wie sich der Verein seit 2003 nennt. Nausch hat den Verein unter dem ursprünglichen Namen Galactic Friendship 1991 zusammen mit Freunden gegründet, um Fans der Serie miteinander in Kontakt zu bringen. Der Einfachkeit halber bezeichnen sich die Mitglieder als GFler. Heute hat der Verein nur noch etwa 40 Mitglieder, zu seinen besten Zeiten in den späten 1990er Jahren waren es zehnmal so viele.

In Star Trek-Kostümen Flyer verteilt

George Hosato Takei alias Hikaru Sulu
Maria Nausch
George Hosato Takei alias Sulu

„In den neunziger Jahren gab es einen Hype, als die Serien und Kinofilme liefen,“ erinnert sich Nausch. Für Nicht-Insider: Zwischen 1987 und 2005 wurden insgesamt vier Nachfolgeserien gedreht, die unter anderem unter den Titeln Deep Space Nine oder Raumschiff Voyager liefen. Anhänger dieser Serien werden als Trekkies bezeichnet. In den Neunziger Jahren organisierten die GFler insgesamt vier Conventions in Wien. Bei diesen Events fanden zum Beispiel die US-Schauspieler George Hosato Takei alias Hikaru Sulu und Walter Koenig alias Pavel Chekov (Das japanische bzw. russische Enterprise-Besatzungsmitglied aus der Originalserie) ihren Weg nach Österreich.

„Das waren unsere Glanzzeiten. Wir haben etwas Geld für den Verein verdient, indem wir in unseren Star Trek-Kostümen vor Comic-Läden Flyers verteilt haben. Während einer Ausstellung im Technischen Museum haben wir in Uniform Führungen abgehalten.“

Der geschrumpfte Verein hat heute kein Geld mehr, um Schauspieler aus den Staaten einfliegen zu lassen. Die Kostüme werden aber nach wie vor bei Kinopremieren aus dem Schrank geholt. Ansonsten treffen sich die verbliebenen heimischen Trekkies zum Grillen auf der Donauinsel oder gehen gemeinsam in Uniform in den Würstelprater. Nausch betont, dass sich die GFler über neue Mitglieder sehr freuen würden.

Trekkies sind kreativ

Maria Nausch, Günther Schulz, Star Trek
Alexandra Gruber
GF-Ausflug in den Prater

„Wer Schauspieler aus den Serien treffen will, muss aber ins Ausland fahren,“ sagt die GF-Gründerin. Sie selbst sei vor kurzem auf einer Convention in Las Vegas gewesen. „Dort habe ich in viereinhalb Tagen um die 60 bis 70 Star Trek-Schauspieler gesehen.“ Einer davon war William Shatner alias Captain Kirk. „Der ist mittlerweile über achtzig, aber noch immer das blühende Leben.“

Nausch schwärmt auch von der Kreativität in Trekkie-Kreisen. „Viele nähen sich die ausgefallensten Kostüme, andere malen Bilder oder machen Skulpturen, manche schreiben Geschichten über und mit den Star Trek-Charakteren.“ Sie selbst gewann vor vielen Jahren bei einer Convention in Schottland einen Preis für das originellste Kostüm. „Ich habe einen regulanischen Blutwurm dargestellt. Der wird nur einmal in einer Folge erwähnt. Ich habe einen alten Tuchent rot eingefärbt und mir daraus ein Kostüm mit Kapuze gemacht.“

Ihre Lieblingsfiguren aus dem Sternen-Universum sind übrigens die Vulkanier Mr. Spock und Tuvok. „Die Spitzohren haben es mir ganz besonders angetan.“

www.galactic-friendship.at

Mitgliedsbeitrag: 10 € jährlich

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