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Angelika Gürtl
Sozialökonomisches Unternehmen

Auf zwei Rädern auf der Überholspur

Dienstag, 24. Februar 2015
Der nächste Frühling kommt bestimmt: Das „Bicycle“ in Graz bietet längst mehr als den Verkauf und die Reparatur von Fahrrädern. Das Soziale Unternehmen strotzt vor Ideen - und bietet nebenbei auch noch benachteiligten Jugendlichen die Chance, fitter für den Arbeitsmarkt zu werden.

Graz ist eine Radl-Stadt: Stauts im Zentrum, ist man auf den zahlreichen Fahrradwegen schnell auf der Überholspur. Und wer höher hinauswill hat mehrere Hausberge vor der Tür, die nur darauf warten, per Mountainbike erklommen zu werden.

„Bicycle“-Geschäftsführer und „Mastermind“ Gerd Kronheim ist das nur recht: Seit 25 Jahren ist er im Radlbusiness tätig – und das mit sozialem Mehrwert. Am Anfang stand eine kleine Fahrradwerkstatt mit 60 Quadratmetern und sechs Beschäftigten. „Das war, als Fahrradfahren uncool und die Branche kaum mehr existent war“, erinnert sich Kronheim. Staatlich geförderte Jugendbeschäftigungsprojekte steckten damals noch in den Kinderschuhen.

"Bicycle"

Der gelernte Maschinenbauer machte aus „uncooler“ Geschäftsidee und arbeitsmarktintegrativer Absicht ein Erfolgsmodell: Ein Vierteljahrhundert später hat sich das „Bicycle“ in Graz, unterstützt von AMS, Stadt und Land, zu einem Sozialen Unternehmen mit zwei Filialen (Rechbauerstraße 57 und Körösistraße 5 im Univiertel) und 25 Transitarbeitsplätzen gemausert. Neben dem Verkauf von Neurädern werden jährlich mittlerweile insgesamt rund 10.000 Drahtesel repariert.

Rund 50 benachteiligte Jugendliche erhalten so jedes Jahr die Möglichkeit, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. In ihrer bis zu neunmonatigen Zeit Anstellung beim „Bicycle“ lernen sie wesentliche Fertigkeiten in Verkauf und Reparatur. Engagierte SozialpädagogInnen stehen den jungen Mädchen und Burschen während dieser Zeit zur Seite.

Mehr als nur Verkauf und Reparatur

Das Radl-Business besteht freilich längst nicht mehr aus Fahrrad-Verkauf und –Reparatur allein: Immer mehr Betriebsräte organisieren für ihre KollegInnen auf dem Firmengelände „Reparaturtage“ – durchgeführt von „Bicycle“. Graz-Gäste kutschieren gelegentlich per „Velo-Mobil“ (Preis pro Tag: 25 Euro) durch die Stadt.

Die Technische Universität lässt vom sozialwirtschaftlichen Unternehmen den zweirädrigen Fuhrpark bestücken und warten. Und für Do-it-yourself-RadlerInnen hat Bicycle eine Fahrradbox entwickelt, die mit allen wichtigen Reparaturwerkzeugen und Ersatzteilen bestückt ist: Sie ist etwa auf öffentlichen Plätzen und Firmengeländen aber auch Schul- und Uniarealen zu finden. Darüberhinaus ist „Bicycle“ in der Fahrradbranche mittlerweile der zweitgrößte Anbieter von Transport- und Kinderanhängern in Österreich.

Kaffee auf Rädern

Und weil Gerd Kronheim nie um eine neue Idee verlegen ist, schmieden er und sein Team schon wieder neue Pläne: Ab nächstem Frühjahr soll es auf dem Bürogelände in der Körösistraße 17 auch möglich sein, einen eigenen Reparaturstandplatz samt Infrastruktur zu mieten. Der Kaffee kommt dort dann vom firmeneigenen, mobilen „Radlcafé“. Man darf gespannt sein...

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