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Bild, by Tina Herzl, Andreas Graf
Möbel

bockwerk

Dienstag, 27. Oktober 2015
Im Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock leben mehr als 200 Personen und warten täglich auf Post aus dem Innenministerium, ein Brief der die Zu- oder Ablehnung ihres Asylantrags beinhaltet. In dieser Zeit sind sie zum Nichtstun verdammt. Das neue Projekt bockwerk will das ändern.

Mustapha arbeitete bei einem Radiosender in Gambia, der regierungskritische Beiträge sendete. Offenbar war er zu kritisch, die Polizei verhaftete ihn. Man warf ihm Verrat und Sabotage vor. Monatelang wurde er in einem Camp festgehalten, so schwer gefoltert und misshandelt, dass er schließlich ob seiner lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Von dort gelang ihm die Flucht über das Mittelmeer nach Spanien und weiter bis nach Traiskirchen. Zwei Jahre später zog er im Flüchtlingshaus von Ute Bock ein.

Fünf Jahre lang wartete er auf einen Bescheid von der Behörde über den Ausgang seines Asylverfahrens. Während der ganzen fünf Jahre war er Untätigkeit verurteilt. Er durfte nicht arbeiten.

bockwerk

Christian Penz ist Sozialarbeiter beim Verein Flüchtlingshilfe Ute Bock. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass die allermeisten der 80 Bewohner des Hauses in der Zohmanngasse und der 130 Personen in den externen Wohnprojekten ein dringendes Anliegen ist, etwas zu tun zu haben: zu kochen und nach der Post zu schauen, ist auf Dauer zu wenig Lebensinhalt. Deswegen hat Penz das Projekt „bockwerk“ gegründet: AsylwerberInnen können ehrenamtlich in einem kleinen Atelier Designerstücke bauen. Die Idee ist nicht neu: In Berlin gibt es den Verein Cucula, wo Flüchtlinge seit einigen Monaten nach den Entwürfen des italienischen Designers Enzo Mari Möbel fertigen.

Penz wollte in Wien etwas ähnliches aufbauen: Das Architektenbüro pøl sagte zu, Möbel für das „bockwerk“ zu designen. Inzwischen fertigen in einem kleinen Atelier AsylwerberInnen drei Arten von Stühlen. Diese werden in einem Stecksystem ohne Nägel und Schrauben gefertigt und können in jeweils drei verschiedenen Varianten zusammengesteckt werden. Diana aus Armenien – auch sie kam als Asylwerberin nach Österreich und hat inzwischen eine Arbeitserlaubnis, schneidert und designed die Bepolsterung.

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