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hand.jpg, by Marliese Mendel
DIY

Maker Austria

Mittwoch, 30. März 2016
Im Makerspace entstehen Kücheneinrichtungen, Roboter und Mützen. Auf 500 m² werken Anfänger_innen und Profis in der offenen Werkstatt mit Lasercuttern genauso wie mit Lötkolben und Stricknadeln.

Der Elektromechaniker Arno Aumayr beschließt 2012, sein Leben zu entschleunigen. Er verkauft seine Firmen, gönnt sich ein Jahr Auszeit und beginnt an der Umsetzung von Maker Austria zu arbeiten. Auf seinen Reisen nach Norwegen oder Griechenland besucht er Makerspaces. Offene Werkstätten, in denen je nach Philosophie gerade Nerds die dritte industrielle Revolution einläuten, indem sie gemeinschaftlich Produkte konzipieren und herstellen oder sich die DIY-Community trifft, um lieber alte Dinge upzucyceln als wegzuwerfen. Gemeinsam haben sie den Gedanken, zusammen etwas zu kreieren. Sei es, einen Toaster zu tunen, einen 3D-Drucker zu bauen oder vertikale Gärten zu bepflanzen.

Das Metalab und das Happy Lab in Wien sind die österreichischen Vorreiter des aus den USA stammenden FabLab-Gedankens. Das Metalab war Arno zu computerlastig und beim HappyLab vermisste er die Möglichkeit, mit Holz und Textilien arbeiten zu können.

Nerd-Bastler-Spektrum

Im Oktober 2014 war es soweit: Arno hat den Verein „Maker Austria“ gegründet, die 500 m² große Werkstatt adaptiert und das Pay-as-you-wish-Mitgliedschaft etabliert. Sein Konzept: Anfänger_innen, Hobbybastler_innen und Profis alter Altersstufen eine offene Werkstätte mit Geräten zur Verfügung zu stellen, die für einzelne unerschwinglich wären. Neben „klassischem“ Werkstattequipment wie Bohrern, Sägen, Nähmaschinen stehen ihnen auch 3D-Drucker und Lasercutter zur Verfügung. Die rund 120 Mitglieder stammen dabei nicht nur aus dem klassischen „Nerd-Bastler-Spektrum“: Arno tüftelt an einem humanoiden Roboter, andere bauen Kücheneinrichtungen, Insektenhotels, verwandeln Kleiderbügel in Zeitungsständer und eine alte Couch in eine Hundelampe. Mit den 3D-Druckern werden Ersatzteile für Geräte angefertigt, die sonst eventuell nicht mehr reparierbar wären.

SelberMACHERINNEN

Maschinen werden oft von großen Firmen gesponsert, allerdings weniger um den DIY-Gedanken zu unterstützen, sondern, um Werbung für ihre Produkte zu machen - 3D-Drucker, Lasercutter, Werkbänke, Bohrer und Sägen wurden von Firmen gesponsert. Manches, wie Kreissägen, werden auch von den Mitgliedern „gespendet“. Verbrauchsmaterialen kauft der Verein an und die Mitglieder ersetzten sie oder werfen ihren Obulus in die Kassa.

Der Gemeinschaftsgedanke wird groß geschrieben: Vom Ersetzen der kleinsten Schraube über kostenlose Einschulungen an Maschinen bis hin zu Workshops für Jugendliche wird alles von der Community geregelt. Vor allem die Jugendarbeit liegt dem ehemaligen Firmeninhaber, der selbst Lehrlinge ausgebildet hat, am Herzen: Im Maker Austria will er Jugendliche wieder für das Handwerk begeistern. Er sieht darin eine Möglichkeit, den Facharbeitermangel zu begegnen. Aber auch Produktentwickler_innen auf dem Weg in die Selbstständigkeit können im Maker Austria ihre Prototypen fertigen, Serienproduktionen sind allerdings nicht erlaubt.

Ehrenamtlich Mitarbeiter_innen und Vereinsmitglieder zeigen Anfänger_innen genauso wie Semiprofis, wie man strickt, Speckstein bearbeitet oder Platinen lötet. Es werden Workshops angeboten, die vom Drechseln mit Unimat-Maschine bis hin zu Tüfteleien mit den populären Einplatinen-Computern Raspberry Pi und Arduino reichen.

Seit Anfang März helfen die SelberMACHERINNEN jeden ersten Freitag beim Reparieren von kaputten Gegenständen, von Möbeln über Fahrräder bis hin zu Textilien. Ein weiteres Mosaikstück im DIY-Movement, dem Up- und Recyclen statt wegwerfen und – ganz ehrlich – wer hätte nicht gerne einen selbstgebauten Roboter?

Maker Austria
Schönbrunner Straße 125
1050 Wien

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