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Sabine Mühlwanger
Blogger

Pannen in Pink

Dienstag, 17. Juni 2014
Die Wienerin Sabine Mühlwanger renovierte vor sechs Jahren einen alten VW-Bus und lackierte ihn mit knallig pinker Farbe. Trotz zahlreicher technischer Macken und einer bescheidenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h fährt sie mit ihrem Bulli weite Überlandstrecken. Über die gemeinsamen Erlebnisse bloggt sie aus der Sicht des Fahrzeuges.
Bulli, der pinke Bus
Sabine Mühlwanger
SooSoo und Bulli

Früher war er ein Lieferwagen für eine kleine Baufirma, dann ein Campingbus, ab 1994 rostete er fünfzehn Jahre lang in einem Garten vor sich hin. Jetzt arbeitet Bulli als Blogger, Schauspieler, Model und Transportmittel auf Hochzeiten. Diesen Karrieresprung hat er wohl der auffällig pinken Farbe zu verdanken, mit der ihn seine neue Besitzerin SooSoo vor sechs Jahren lackierte.

„Es war Liebe auf den ersten Blick,“ schwärmt SooSoo alias Sabine Mühlwanger. Die Wienerin hat Bulli 2008 zufällig in einem Privatgarten entdeckt. „Er war eine Schrottkarre, total kaputt, durchgerostet, Pflanzen sind aus ihm gewachsen, und zwei Mäusefamilien lebten in seiner Innenverkleidung.“ Die Besitzer überlegten, den alten VW-Bus zu entsorgen, aber Mühlwanger wollte ihn unbedingt haben. Schließlich bekam sie Bulli sogar geschenkt. „Die Restaurierung hat ungefähr 8000 € und unzählige Arbeitsstunden gekostet,“ erzählt die junge Frau. Ein paar Monate später war Bulli fahrtüchtig. Er ist nun wieder ein Campingbus mit Küche und Schlafmöglichkeiten.

Die meisten wollen nicht ans Steuer

Bulli, der pinke Bus
Sabine Mühlwanger

Mühlwanger wollte die Ereignisse damals dokumentieren und richtete einen Blog ein. Seitdem schreibt sie ihre Erlebnisse immer aus der Sicht des Busses, der seine Besitzerin in den Erzählungen liebevoll SooSoo nennt.

Bulli ist Baujahr 1973 und damit sieben Jahre älter als seine Besitzerin. Die Werbefachfrau fährt trotz Bullis Macken mit ihm quer durch Österreich und Europa. „Ich war mit ihm schon in Kroatien, Italien und Frankreich. Die weiteste Strecke, die ich mit ihm zurückgelegt habe, war von Wien bis Sant Tropez und zurück.“ Der VW-Bus fährt im Schnitt 80 km/h, hat keine Servolenkung und stirbt gerne auf Kreuzungen ab. Den ersten Gang muss man über den zweiten einlegen. Nicht jeder kann oder will Bulli fahren. „Meine Freunde steigen zwar gerne ein, aber ans Steuer soll dann doch ich.“

Im Partnerlook

Bulli, der pinke Bus
Sabine Mühlwanger

Mühlwanger weiß nie, wieviel Zeit sie für eine bestimmte Strecke brauchen wird. „Ich kann nicht sagen, wie lange ich zum Beispiel zum Neusiedler See fahre. Aber ich plane immer ungefähr eine Stunde für eventuelle Zwischenfälle ein.“ Das stört sie überhaupt nicht, im Gegenteil. „Pannen gehören für mich mittlerweile zum Urlaub dazu, das ist immer ein Abenteuer und regt die Spontanität an.“ Kleine Reparaturen macht sie selber. „Und beim ÖAMTC bin ich mittlerweile Stammkundin.“ Sie lacht.

Wenn die Wienerin in ihren Bus steigt, trägt sie seit einiger Zeit immer ein pinkes Kleidungsstück. Dabei mochte sie diesen Farbton früher gar nicht so gerne. „Durch den Partnerlook wissen die Leute immer sofort, dass Bulli mir gehört.“ Der Bus und seine Besitzerin stehen immer im Mittelpunkt, egal, wo sie hinkommen. „Ich hab durch ihn schon so viele Leute kennen gelernt, auch im Ausland. Bei Pannen ist die Hilfsbereitschaft sehr groß.“ Da wird der typische weibliche Farbton wohl einiges dazu beitragen.

„Ich gebe Bulli nicht mehr her“

Bulli, der pinke Bus
Sabine Mühlwanger

Bulli erregt eben überall Aufsehen. „Die Leute winken und lachen mir zu, sie fotografieren uns und schicken mir die Bilder.“ Der VW-Bus wird manchmal auch für Fotoshootings, Videodrehs oder Hochzeiten gemietet. Um die zehn Brautpaare durfte er schon zum Altar chauffieren.

Immer wieder wird Mühlwanger gefragt, ob sie Bulli verkaufen möchte. „Das steht allerdings nicht zur Diskussion, ich gebe ihn nicht mehr her.“ Derzeit hat Bulli wieder ein paar Roststellen. „Ich muss wieder Geld reinstecken, ihn neu lackieren lassen. Aber er kann auf jeden Fall noch ein paar Jahrzehnte fahren. Solange ich da bin, soll der Bus auch da sein. “

www.soosoo.at
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