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Ronald Putzker
Ostbahn Kurti

Von unerfüllten Rock 'n'Roll-Träumen, Pensionierungen und Jesus

Samstag, 11. Januar 2014
Das am Stadtrand gelegene Schutzhaus am Schafberg ist im Kurtiversum einer der wichtigsten Plätze. Hier wurden legendäre Konzerte gespielt, es wurde um Günter Brödl getrauert und es wurde die Pensionierung von Ostbahn-Kurti angekündigt. Obwohl der ein Konzert 1988 beinahe nicht überlebt hätte. [Teil des Spaziergangs mit Kurtologen](http://www.diezeitschrift.at/content/auf-den-spuren-von-guenter-broedl-und-ostbahn-kurti)

Anfang 1985

Kurtologen-Box

Wie im Kurtiversum üblich gibt es auch hier eine alternative Version. Johannes Girmindl sagt nämlich folgendes: „der Willi hat dem Brödl vorgeschlagen den Ostbahn als Schmetterlinge-Vorgruppe zu machen, aber der Brödl wollte, dass das was eigenes, richtiges ist und nicht nur eine Fußnote.

Robert Fischer erzählt:
Nach dem „Nicht-Konzert“ in der Szene Wien 1983 wurde die Figur des Ostbahn-Kurti immer konkreter. Brödl überlegte sich, wer könnte den Ostbahn-Kurti für ein Konzert verkörpern? Ihm fiel Willi Resetarits ein. Der spielte damals bei der Polit-Band „Die Schmetterlinge“. Der Legende nach soll Brödl Resetarits nur gefragt haben ob er einen Musiker kennt, der den Ostbahn-Kurti verkörpern könnte. Resetarits soll geantwortet haben, „Ich kenne schon einen, mich selber, ich werde das machen“. Beide hatten einen unerfüllten Rock 'n' Roll Traum, den sie jetzt auslebten.

Erstes Ostbahn-Kurti-Konzert

Sie begannen an einer Platte zu arbeiten, sich a Batzn Hetz zu machen, planten fünf Konzerte zu spielen, und glaubten damit sei es abgehakt. Doch es wurde zum Überraschungserfolg.

Anfang 1985 war es dann soweit, das erste Konzert fand im Schutzhaus am Schafberg statt. Das Konzert war für 300 Leute angelegt. 600 kamen. Die Leute sind bis draußen gestanden, drinnen sind die Scheiben angelaufen, es war Kult von Anfang an. Ostbahn-Kurti und die Chefpartie in der Besetzung Ostbahn-Kurti Gesang/Mundharmonika/Perkussion, Josef Havlicek Gitarre/Gesang, Charly Horak Bass/Gesang, Mario Adretti Keyboards und Edi Jedelsky Schlagzeug spielten 18 Songs.

Juli 1988

Günter Brödl, Ostbahn-Kurti, Stadtspaziergang, Am Schafberg
Alexandra Gruber
Johannes Girmindl mit Günter Brödl am Schafberg

Kurtologe Johannes Girmindl erzählt:
Die LP „A Schene Leich“ wurde im Juli 1988 im Schutzhaus am Schafberg präsentiert. Die Band erzählte eine Geschichte wie sie sich die Platte finanzierte: Die Band hatte alle Instrumente verkaufen müssen, weil sie kein Geld hatten. Dann wollten sie eine neue Platte aufnehmen, hatten aber keine Instrumente mehr. Also haben sie das Leergut aus dem Proberaum zurück gegeben und haben sich noch bessere Instrumente gekauft.

Dass es danach noch weitere Konzerte gab, ist nur dem Bassisten Charly Horak aka Leo Bei zu verdanken. Mitte des Konzertes (bei „Kumm ham“) kippte ein Beleuchtungsständer um und zielte genau auf den Kopf von Ostbahn-Kurti. Horak fing den Scheinwerfer gerade noch auf, bevor er sein Ziel erreichte und rettete Willi Resetarits womöglich das Leben.

Oktober 2000

Am 10.10.2000 starb Günter Brödl mit nur 45 Jahren unerwartet. Einige Tage danach traf sich die Trauergemeinschaft im Schutzhaus am Schafberg zum Leichenschmaus.

Jänner 2003

Günter Brödl, Ostbahn-Kurti, Stadtspaziergang, Am Schafberg
Ronald Putzker

Am 6. Jänner 2003 kündigte Ostbahn-Kurti seine Pensionierung an. Er sagte: „Der Brödl ist zum Jesus hinaufgegangen und damit hat der Ostbahn eine Hälfte verloren und wenn ein Teil fehlt, funktioniert des nimma. Die übrig gebliebene Hälfte möchte jetzt gern alle noch vorhandenen Texte der anderen Hälfte ordnungsgemäß und in würdiger Form veröffentlichen. Dann muss eine Ruh sein.“

2003 wurde zum Ostbahn-Kurti-Jahr ausgerufen. In diesem Jahr erschienen fünf Platten und es gab eine Menge von Konzerten. Am 01.01.2004 ging Ostbahn-Kurti am Schafberg in Pension.

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