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Alte Knacker im Donaupark

Am Fuße des Donauturms werden jahraus, jahrein die Hölzln geschoben. Überwiegend von Pensionisten, aber das tut dem Spielspaß keinen Abbruch.

Es gibt nicht viele gute Gründe, den Donaupark zu besuchen, zumal die Donauinsel direkt daneben liegt. Außer eben, dass man dort nur wenige Menschen trifft und also seine Ruhe hat. Oder um Schach zu spielen, denn der Donaupark ist seit Jahrzehnten Wiens zuverlässigster Schachtreffpunkt unter freiem Himmel.

Die Stadt Wien schreibt im Internet über die Anlage: „Ältere Parkbesucherinnen und Parkbesucher können sich in Schach üben.“ Ich bin angemessen empört. Beständig arbeitet man gegen das Klischee, das Königliche Spiel sei nur etwas für alte Knacker, und dann das. Also entschließe ich mich zum Lokalaugenschein und schwinge mich aufs Motorrad, um vor Ort hoffentlich eine andere Wirklichkeit zu erleben.

Im Schatten großer Bäume sehe ich gut zwanzig Leute versammelt –die eine Hälfte um ein Gartenschach, die andere an Schachtischen in ihre Partien vertieft. Schon von Weitem höre ich vergnügt die Schachspieler-Sprüche („I ram Di ab wie an Christbam…“), um beim Näherkommen gewahr zu werden: Ich bin der Jüngste hier. Naja, einer ist vielleicht in meinem Alter, aber ansonsten bin ich von Pensionisten umzingelt.

Ich picke mir aus der Rentnergang einen Herrn heraus, der mit seinen kurzen weißen Hosen, dem weißen Leibchen und den kurzen weißen Haaren aussieht wie ein Bademeister. Tatsächlich handelt es sich um einen Schlüssel-Inhaber, dh. er hat Zugang zu den Metallkisten, in denen die Gerätschaften verstaut sind. Das sei aber nichts Besonderes, erzählt er: „Viele haben einen Schlüssel.“ Praktisch, denn so ist stets jemand da, der einem Brett, Figuren und eine Uhr herausgeben kann. Wer keinen Spielpartner mitgebracht hat, wird auch diesen hier finden, untertags eigentlich immer.

Die ansässige Schachspielergemeinde verwaltet sich de facto selbst, im Winter schaufelt man sogar den Schnee weg. Heute sei reger Betrieb, sagt der Bademeister, aber insgesamt werde man immer weniger. Wie das gemeint ist? „Schaun S‘ uns an“, antwortet er ohne jeden Anflug von Traurigkeit. Und Kinder? Einen Aufpasser sollten sie schon dabei haben. Oder zumindest nicht mit den Figuren um sich werfen. Ich höre heraus, dass nicht oft Kinder hierher kommen und dass man auch nicht viel mit ihnen anzufangen wüsste.

Man genügt sich selbst. Spielt auf mittelmäßigem Niveau und hat Spaß dabei. Überhaupt scheint dies nicht der Platz, um Probleme zu wälzen. Alles unkompliziert. Gäste sind herzlich willkommen, egal ob regelmäßig oder sporadisch.

Die Zeit reicht an diesem Tag für mich für keine Partie, aber ich nehme mir vor, gelegentlich herzukommen. Alte Knacker sind ja prinzipiell nix Schlechtes.