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Wenn Männer Frauen „das Höschen durch die Ritze zieh‘n“

Ein abenteuerlicher Wiener Frauenschachklub versammelt mehr und mehr Gleichgesinnte.

Meine Deutsch-Lehrerin hat mir einmal die Verwendung der Redensart „selbst ist der Mann“ angekreidet. „Und die Frau?“, schrieb sie dazu. Hier stelle ich vorauseilend gehorsam, ja sogar mit Wonne fest: Es gibt natürlich nicht nur Schachmänner, es gibt auch Schachfrauen. Nur eben leider sehr viel weniger. Im Spitzenschach hat sich einiges getan, doch an der Basis gilt ein ehernes Prinzip: Beim Schulschach, wo meist der Anfang gemacht wird, beträgt der Mädchenanteil an die 50 Prozent. Unter erwachsenen Schachspielern allerdings ist im allerbesten Fall jede Zehnte weiblich.

Es gibt mehrere Erklärungen für dieses Phänomen. Ein meiner Meinung nach unterschätzter Faktor ist das männerbündische Milieu vieler Schachtreffs: Frauen werden dort oft als Exotinnen wahr- und nicht ernst genommen. Ich habe mehrfach Frauen einmal und nie wieder kommen sehen, da ihnen gewiss nett gemeinte Kostproben des brachial-jovialen Kaffeehausspielerhumors nicht behagten. Wenn man seinen Königsangriff zu Ende führt, muss man(n) das ja nicht unbedingt mit den Worten „ich zieh Dir jetzt das Höschen durch die Ritze“ kommentieren. Zumindest nicht, wenn man einer Dame gegen übersitzt, die sich gerade mit dem Ambiente vertraut machen möchte.

In einem Sport, in dem die Vernichtung des Gegners so augenscheinlich zelebriert werden kann wie fast nirgendwo sonst, sind Frauen manchmal unter Frauen besser aufgehoben. Man denke an den getrenntgeschlechtlichen Unterricht in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern, in dem Mädchen besser abschneiden als in gemeinsamen Klassen: Ohne die Anwesenheit nach Aufmerksamkeit heischender Buben entwickeln sie mehr Selbstbewusstsein in jenen Disziplinen, die nicht als frauentypisch gelten.

Ich will nicht der Geschlechtertrennung das Wort schreiben, ganz im Gegenteil: Ich will mehr Schachspielerinnen sehen. Bloß glaube ich, dass diese in einer wirtshausähnlichen Atmosphäre eher schlecht Fuß fassen und unter Umständen bald den Rückzug antreten. Es braucht also Alternativen dazu.

Schachspieltreff für Frauen

Es gab in Wien bereits mehrere Versuche, Schachspieltreffs für Frauen ins Leben zu rufen, keiner davon hatte Bestand. Karoline Spalt unternimmt jetzt einen neuen Anlauf. Ihre Homepage www.frau-schach.at ist vielversprechend (man beachte die liebevoll gestalteten Comics mit den „Abenteuern von Frau Schach“!), und seit September veranstaltet sie gut besuchte Frauenschachabende – mittlerweile im Café Schopenhauer, am jeweils dritten Dienstag jedes Monats, demnächst somit am 21. Jänner, 18. Februar, 18. März und 15. April 2014.

Es sieht so aus, als würde sich endlich ein Frauenschachklub in Wien etablieren. Das hamma no braucht, aber ganz ernsthaft: Die Dame ist schließlich die stärkste Figur im Schach, und gern nicht nur dort.