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Schach für Kinder: Warum, wann, wie und wo in Wien – Teil 2

Was Schachunterricht in der Praxis bewirken kann – und über den Unterschied zwischen Schach in der Schule und Schach im Klub.

Vergangenen Monat stellten wir fest, dass Kinder beim Schach viele Fähigkeiten fürs Leben erwerben können. Und dass es in Wien nicht an Möglichkeiten dazu mangelt, schließlich haben sagenhafte 150 Schulen das Spiel im Angebot.

Ich denke, der beste Einstiegszeitpunkt und -ort ist die Volksschule. Zwischen 2006 und 2010 habe ich an einer solchen „unterrichtet“, und ich war verblüfft, wie weit die Kinder abstrakt vorauszudenken vermochten. Alle kognitiven Fähigkeiten, um Schach in seiner Komplexität grundsätzlich zu begreifen, sind in diesem Alter ausgebildet. Gleichzeitig gewann ich das Gefühl, dass hier Freundinnen und Freunde miteinander spielen. Im Schulsystem ist die Volksschule zweifellos noch der behütetste und harmonischste Ort. Umso mehr ist Feingefühl gefragt, denn mit brachialer Paukerei wird man das Interesse der Kleinen sehr bald abgetötet haben. Ich glaube aber, dass praktisch alle Schachlehrer heutzutage und hierzulande eine kindgerechte Art der Schachvermittlung beherrschen. Leistungs- und Wettkampfdenken wohnen dem Spiel sowieso inne – beides kann und sollte daher zurückgestellt werden, denn fürs Erste liegt der größte Profit im Erlernen der in der vorangegangenen Kolumne genannten Soft Skills (intellektuell, persönlich, sozial).

Einer deutschen Studie aus dem Jahr 2007 zufolge bringt der Schachunterricht gerade leistungsschwächeren Kindern am meisten. Der vielleicht schönste Moment meiner Schachlehrerkarriere war tatsächlich, als mich die Lehrerin eines sehr gescheiten aber ziemlich zappeligen Buben auf ihre Beobachtung hinwies: Seit der Siebenjährige die Schachstunden besuchte, konnte er sich im Unterricht viel besser konzentrieren, und er „vergaß“ wesentlich weniger oft als früher seine Hausaufgaben. Er war fokussierter geworden. Über diesen kleinen und doch so großen Erfolg freue ich mich bis heute.

Höher, schneller, weiter

Neben den Schulen sind Vereine die zweiten natürlichen Ansprechpartner, wenn ein Kind Schach spielen lernen möchte. Beim Wiener Schachverband finden Sie extra gekennzeichnet die jugendfreundlichen Schachklubs, von denen in den vergangenen Jahren der SK Ottakring und der SC Donaustadt häufig besondere Talente hervorgebracht haben. Da kann sogar der Sprung in die Förderkader gelingen, denn hier geht es üblicherweise schon eine Spur professioneller und zielgerichteter zu als beim Schulschach. Das heißt nicht, dass es keinen Spaß mehr machen kann – wie immer kommt es dabei in erster Linie auf die Person des Trainers an. Behalten Sie jedenfalls das Maß der Freude im Auge, die Ihr Sprössling beim Spielen hat: Sie ist das Allerwichtigste.