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Rezepte für den kühlen Kopf

Im Sinne einer guten Partieanlage ist es hilfreich, cool zu bleiben – nicht nur psychisch sondern auch physisch. Dieser Tage ist dafür allerdings eine ausgeklügelte Strategie vonnöten.

Schach ist eigentlich ein Wintersport, ganz klar. In den Ländern des Nordens und den Weiten Sibiriens, wo es lange Monate kalt und dunkel ist, da ist das Königliche Spiel verwurzelt wie sonst nirgendwo. Schach ist in diesen Gegenden gleich nach dem Alkoholismus der zweitpopulärste Zeitvertreib.

Nun sind Schachspieler auch nur Menschen, und als solche stöhnen sie momentan wie alle anderen unter der unbarmherzigen Hitze. Bis zum nächsten Winter ist noch lange hin, und obwohl das Denken bei knapp 40 Grad im Schatten noch schwerer fällt als ohnehin, will man auf das geliebte Spiel nicht ganz verzichten. Daran gewöhnt, Strategien zu entwickeln, versucht der Hölzlschieber freilich gezielt, sich Abkühlung zu verschaffen. Hier ein paar praktische Tipps:

*) Wenn Sie sich dafür entscheiden, in den verbleibenden Sommerwochen ein Turnier zu spielen, achten Sie darauf, dass dieses entweder in einer Eishockey-Halle stattfindet (so wie früher im bayerischen Bad Aibling) oder direkt am Meer liegt. Kühl oder nass, das ist ein idealer Ausgleich zu einer trockenen Partie.

*) Ignorieren Sie getrost die Bekleidungsvorschriften des Weltschachbunds FIDE, denen zufolge man nur die obersten zwei Hemdknöpfe öffnen und natürlich keine Flip-Flops tragen darf. Diese Regeln wurden von Herren ersonnen, die vermutlich bereits zu viel Zeit beim Probeliegen in der wohl temperierten Familiengruft verbringen.

*) Schütteln Sie Ihrem Gegner nach Möglichkeit nicht die Hand, damit vermeiden Sie Schweißkontamination und Reibungswärme. Da dies als ausgesprochen unhöflich gilt, täuschen Sie einen Ausschlag oder die Beulenpest vor.

*) Vermeiden Sie um Himmels willen hitzige Eröffnungen wie das sonst so beliebte Spanisch oder gar Sizilianisch! Greifen Sie stattdessen wieder einmal zu einem Nordischen Gambit oder der Skandinavischen Verteidigung.

*) Seien Sie selektiv bei taktischen Motiven: Fesselungen gehen Sie besser aus dem Weg, Gabeln und Spieße dagegen empfehlen sich vor dem Hintergrund einer Grillmöglichkeit.

*) Vereinbaren Sie schnelle Remisen, um Ihren Gegner dann auf ein erfrischendes Bier im schattigen Gastgarten einladen zu können. Falls er denn ein solches mit einem Beulenpestpatienten trinken will.

Schachspieler gelten gemeinhin ja nicht unbedingt als Heisssporne, sondern eher als kühle Rechner – geben wir uns ausnahmsweise einmal Mühe, dieses Klischee bestätigen!